Neue Beratungsstelle unterstützt bei vielen Lebenslagen – Vielfältige Kontaktaufnahme möglich
DOCK Oldenburg: Hilfe aus einer Hand für Familien mit geringem Einkommen
17.09.2026
Oldenburg. Wenn Familien wenig Geld zur Verfügung haben, stehen sie häufig vor mehr als einem Problem: Fragen zu Sozialleistungen, Schwierigkeiten im Job oder bei der Arbeitssuche, die Suche nach einer Kinderbetreuung, gesundheitliche Belastungen oder sprachliche Hürden können sich gegenseitig verstärken. Für Betroffene ist dabei oft schwer zu erkennen, welche Unterstützung ihnen zusteht und an welche Stelle sie sich wenden können. Genau hier setzt das Projekt „DOCK Oldenburg – Teilhabeberatung für Familien“ an.
Oldenburger Eltern in schwierigen Lebenslagen können ab jetzt eine kostenlose, freiwillige und vertrauliche Beratung in Anspruch nehmen. Ziel des geförderten Projektes ist es, die Familien ganzheitlich zu stabilisieren, ihre soziale und wirtschaftliche Teilhabe zu fördern und sie dabei zu unterstützen, langfristig ihre Situation zu verbessern.
„Armut hat selten nur eine Ursache. Mit DOCK wollen wir Unterstützung einfacher zugänglich machen und Familien dort abholen, wo sie gerade stehen. Niemand soll sich durch unterschiedliche Zuständigkeiten kämpfen müssen, wenn mehrere Dinge gleichzeitig schwierig sind“, sagt Sozialdezernent Jan Bembennek. „Wir wollen gemeinsam mit den Familien Lösungen entwickeln, die im Alltag funktionieren – und dabei auch die Perspektive auf Ausbildung und existenzsichernde Beschäftigung stärken.“
Hilfe zur Selbsthilfe steht im Mittelpunkt
Das neue Angebot richtet sich ganz nach den Bedarfen der Familien. Die Fachkräfte unterstützen beispielsweise bei Fragen zu Sozialleistungen und Anträgen, vermitteln passende Hilfen und begleiten Familien über einen längeren Zeitraum bei der Entwicklung beruflicher und persönlicher Perspektiven. Dabei werden nicht nur einzelne Probleme betrachtet, sondern die gesamte Lebenssituation der Familie.
DOCK verfolgt dabei den Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe. Familien sollen ihre eigenen Möglichkeiten und Ressourcen besser nutzen können und Unterstützung erhalten, um Schritt für Schritt mehr Stabilität und Unabhängigkeit zu erreichen. „Wir wollen nicht nur dabei helfen, einen Antrag richtig auszufüllen. Entscheidend ist, gemeinsam mit den Familien zu schauen, was sie brauchen, damit sich ihre Lebenssituation nachhaltig verbessert“, erklärt Meike Dikosso, Leiterin des Amtes für Teilhabe und Soziales. „Dazu gehören soziale Teilhabe und gute Bildungschancen ebenso wie die Frage, wie eine Familie langfristig ihren Lebensunterhalt aus eigener Erwerbstätigkeit sichern kann.“
Vor Ort, mobil und online: Unterstützung dort, wo sie gebraucht wird
DOCK verbindet drei Zugänge: In der DOCK Station an der Nelkenstraße 50 können Familien persönlich beraten werden. Mit DOCK Mobil gehen die Fachkräfte auch in die Stadtteile und an Orte, an denen Familien ihren Alltag verbringen. Ergänzend entsteht mit DOCK Online ein digitaler Zugang zu Informationen und Beratung.
Die aufsuchende Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Familien sollen nicht erst den Weg in eine Beratungsstelle finden müssen. Die Fachkräfte können beispielsweise in Kitas, Schulen, Stadtteiltreffs oder anderen Einrichtungen ansprechbar sein. Auch Beratungen bei den Familien zuhause oder Begleitungen zu Ämtern und Behörden sind möglich. Der pädagogische Ansatz setzt dabei auf eine vertrauensvolle, ressourcenorientierte Beratung und eine Lotsenfunktion in die bestehenden Unterstützungsangebote.
Auch hinter den Kulissen: Gemeinsam statt nebeneinander
Ein wesentlicher Mehrwert des Projekts liegt zugleich hinter den Kulissen: DOCK möchte auch die Zusammenarbeit der Stellen verbessern, die Familien unterstützen. Stadtverwaltung, Kinder- und Jugendhilfe, Jobcenter, Agentur für Arbeit, Wohlfahrtsverbände und weitere Einrichtungen sollen enger zusammenarbeiten. Für Familien bedeutet das: Weniger Zuständigkeitsgrenzen und besser aufeinander abgestimmte Unterstützung. Geplant sind regelmäßige Austauschformate der beteiligten Fachkräfte sowie eine fallbezogene Zusammenarbeit. So sollen der Wissensaustausch zwischen Behörden gefördert, Übergänge zwischen Rechtskreisen verbessert und Doppelstrukturen vermieden werden.
„DOCK ist deshalb nicht nur ein neues Beratungsangebot, sondern auch ein Entwicklungsprojekt für die Sozialverwaltung und unsere Partnerinnen und Partner. Wir wollen die unterschiedlichen Kompetenzen so zusammenbringen, dass Unterstützung für Familien schneller, verständlicher und besser aufeinander abgestimmt wird“, so Bembennek.
Ein Beitrag zur Armutsprävention in Oldenburg
Das Projekt soll innerhalb von drei Jahren eine neue Beratungs- und Unterstützungsstruktur aufbauen und erproben. Mit DOCK setzt die Stadt Oldenburg dabei eine zentrale Erkenntnis aus dem ersten Oldenburger Armutsbericht von 2024 um. Dieser hatte in mehreren Stadtteilen eine überdurchschnittliche Armutsgefährdung von Familien mit Kindern festgestellt. Besonders betroffen sind unter anderem Alleinerziehende und Familien mit mehreren Kindern.
Kontakt aufnehmen
Die Beratungsstelle in der Nelkenstraße 50 ist montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr erreichbar. Familien können telefonisch unter 0441 235-6906 oder per E-Mail an dock[at]stadt-oldenburg.de Kontakt aufnehmen.
Zum Projekt
Das Projekt „DOCK Oldenburg – Teilhabeberatung für Familien“ wird bereits seit dem 1. Januar Schritt für Schritt aufgebaut und läuft bis zum 31. Dezember 2028. Das Gesamtvolumen beträgt rund 2 Millionen Euro; das Projekt wird zu 90 Prozent aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales im Rahmen des Programms „Akti(F) Plus – Aktiv für Familien und ihre Kinder“ gefördert.
Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.oldenburg.de/dock.

Zuletzt geändert am 17. September 2026
Zuletzt geändert am 1. September 2026
