Die Stadt Oldenburg stärkt die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen deutlich. Der Rat soll ein dreijähriges Handlungskonzept beschließen – und damit unter anderem den Weg für ein Jugendparlament frei machen. Die Verabschiedung ist für die Ratssitzung am Montag, 28. September 2026, vorgesehen. Junge Menschen sollen stärker mitreden und mitgestalten können, wenn es um die Zukunft ihrer Stadt geht. Ein richtiger und wichtiger Schritt, den Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ausdrücklich unterstützt: „Kinder und Jugendliche sollen nicht nur über ihre Zukunft sprechen, sondern sie in Oldenburg auch ganz konkret mitgestalten können. Ich begrüße deshalb sehr, dass wir mit dem Handlungskonzept und dem Jugendparlament neue und verbindliche Möglichkeiten schaffen, junge Menschen an kommunalpolitischen Entscheidungen zu beteiligen.“
Jugendparlament als neue Stimme junger Menschen
Das geplante Jugendparlament soll künftig die Interessen junger Menschen in die Kommunalpolitik einbringen. Dafür werden eine eigene Satzung und Wahlordnung geschaffen. Die Wahl soll an zwei Tagen an mindestens vier möglichst wohnortnahen Standorten stattfinden. So sollen möglichst viele Jugendliche unkompliziert teilnehmen können. Bei der Zusammensetzung des Jugendparlaments soll auf eine möglichst geschlechterdiverse Besetzung geachtet werden. Die Wirksamkeit dieser Regelung wird im Rahmen der vorgesehenen Evaluation überprüft.
Das Jugendparlament erhält zudem ein eigenes Budget für seinen Geschäftsbetrieb. Eine Geschäftsstelle im Amt für Jugend und Familie soll die jungen Parlamentarierinnen und Parlamentarier bei ihrer Arbeit unterstützen. Vorgesehen ist außerdem ein verbindliches Sitz- und Stellvertretungsrecht des Jugendparlaments im Jugendhilfeausschuss.
Beteiligung soll im Alltag beginnen
Das Handlungskonzept geht über das Jugendparlament hinaus. Es umfasst insgesamt acht Handlungsfelder, die in den kommenden drei Jahren weiterentwickelt werden sollen. Dazu gehören unter anderem mehr Beteiligungsmöglichkeiten in Schulen, Kindertagesstätten und der Jugendarbeit sowie neue Formen der Kinderbeteiligung direkt in den Stadtteilen. Auch bei der Planung von Grünflächen, bei der Neugestaltung öffentlicher Räume und bei Sanierungsprojekten sollen die Interessen von Kindern und Jugendlichen künftig noch verbindlicher berücksichtigt werden.
Bestehende Angebote wie der Stadtjugendring, der Stadtschülerrat, das Jugendforum und die Jugendfreizeitstätten sollen dabei eng mit den neuen Beteiligungsformaten verknüpft werden. Auch digitale Möglichkeiten zur Mitwirkung sollen bekannter gemacht und weiter ausgebaut werden.
Über 400 junge Menschen beteiligt
Bei der Entwicklung des Konzepts wurden Kinder und Jugendliche von Anfang an einbezogen. Eine Projektgruppe mit insgesamt rund 30 Beteiligten aus Jugendvertretungen, Politik, Verwaltung, Schulen, Verbänden und weiteren Organisationen erarbeitete das Konzept in neun Sitzungen.
Zusätzlich wurden bei einer einwöchigen Veranstaltung im Alten Landtag Gespräche mit mehr als 400 Jugendlichen und jungen Erwachsenen geführt. Die Einrichtung eines Jugendparlaments und die vorgesehenen Qualitätsstandards für Beteiligung stießen dabei auf Zustimmung. Auch bei einem weiteren Beteiligungsworkshop im Rahmen des Großen Jugendforums im Haus der Jugend bestätigten die jungen Teilnehmenden die zentralen Vorschläge des Handlungskonzepts.
Beteiligung soll selbstverständlich werden
Ein wichtiges Ziel des Konzepts ist es, eine dauerhafte Beteiligungskultur in Oldenburg zu schaffen. Dafür sollen unter anderem sogenannte Beteiligungslotsinnen und Beteiligungslotsen aufgebaut werden. Sie sollen dabei helfen, dass die Perspektiven junger Menschen bei Entscheidungen der Stadt selbstverständlich mitgedacht werden.
Das Handlungskonzept läuft zunächst bis Mitte 2029 und soll gemeinsam mit jungen Menschen regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass die Beteiligungsangebote tatsächlich funktionieren und die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen erreichen.
Zuletzt geändert am 9. September 2026