Städtische Kampagne sensibilisiert für Gefahren von K.O.-Tropfen – Kostenlose Social-Media-Videos
Ein Schluck mit Folgen
21.07.2026
Oldenburg. Es sollten eigentlich fröhliche Anlässe sein – doch ein Abend im Club oder eine WG-Party mit fremden Gästen kann sich schnell zu einer traumatischen Situation entwickeln, wenn unbemerkt „K.O.-Tropfen“ ins eigene Getränk oder Essen gemischt werden. Die betäubenden Mittel sind geschmacklos, geruchslos sowie gefährlich und sollen überwiegend Frauen zu leichten Opfern machen. Sie sind außerdem für eine hohe Dunkelziffer an Straftaten in der Disco- und Kneipenszene sowie bei Großveranstaltungen mitverantwortlich. Die Folgen sind fatal: Zwischen Enthemmung, Bewusstlosigkeit und Tod der Betroffenen liegen nur wenige Tropfen Unterschied.
Seit Sommer 2023 stellen das städtische Presse- und Gleichstellungsbüro Interessierten daher fünf kostenlose, kurze und vielseitig verwendbare Social-Media-Videos zur Verfügung, um Bürgerinnen und Bürger für die Gefahr der Mittel zu sensibilisieren. Auch A2- und A3-Plakate des Vereins „sichtbar. Fachzentrum gegen sexualisierte Gewalt“ geben die Mitarbeitenden des Gleichstellungsbüros zum Aushang auf Veranstaltungen ohne Gebühr heraus.
„Weißt du eigentlich, was in deinem Drink ist?“
Die Clips zeigen, in welch unterschiedlichen Umgebungen K.O.-Tropfen missbräuchlich eingesetzt werden können – beispielsweise auf einem Festival oder bei einem Stadion-Besuch. Mit der Frage „Weißt du eigentlich, was in deinem Drink ist?“ rufen die Videos dazu auf, auf sich und andere zu achten. Auch auf anstehenden Großveranstaltungen wie dem Stadtfest oder dem Festival „Einfach Kultur“ gilt es daher, wachsam zu bleiben und die Mitmenschen darauf hinzuweisen, falls ihnen etwas ins Getränk gegeben wurde.
„Unsere Kampagne zu K.O.-Tropfen ist leider nach wie vor hochaktuell“, sagt die städtische Gewaltschutzkoordinatorin Mira Ibanek. „Denn die Gefahr besteht noch immer, Opfer einer sexuell oder anderweitig motivierten Straftat zu werden – womöglich, ohne sich im Anschluss daran erinnern zu können. Umso wichtiger ist es, dass die Oldenburgerinnen und Oldenburger informiert sind und aufeinander achtgeben.“
Förderung durch CEDAW
Die Oldenburger Öffentlichkeitskampagne wurde durch das Projekt „Gleichstellung sichtbar machen – CEDAW in Niedersachsen“ vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung gefördert. Das Projekt bezieht sich auf die UN-Frauenrechtskonvention („CEDAW-Abkommen“) und unterstützt deren Umsetzung auf Landesebene. Die UN-Frauenrechtskonvention ist der erste und zentrale Menschenrechtsvertrag speziell für die Rechte von Frauen. Weitere Informationen zum Projekt und zu CEDAW gibt es online unter www.gleichstellung-sichtbar-machen.de.
Schnelles Handeln notwendig
Unter den Begriff der K.O.-Tropfen fällt eine Vielzahl unterschiedlicher Substanzen, die nur kurze Zeit nachweisbar sind – schnelles Handeln ist daher erforderlich. Es gilt außerdem, die Scham Betroffener abzubauen, welche oft die Hilfesuche hemmt. Dafür ist es wichtig, sich mit den Opfern zu solidarisieren und raschen Zugang zu Hilfeangeboten zu schaffen. Informationen zur Wirkung von K.O.-Tropfen, Handlungsoptionen im Verdachtsfall sowie die fünf Social-Media-Videos sind online unter www.oldenburg.de/ko-tropfen zu finden.
Jede und jeder kann Videos nutzen
Wer die Videos auf seinem Kanal teilen oder Plakate auf seiner Veranstaltung aushängen möchte, kann sich unter der E-Mail Gewaltschutzkoordination[at]stadt-oldenburg.de an Mira Ibanek wenden.
Zuletzt geändert am 21. Juli 2026
Zuletzt geändert am 29. Juni 2026