Preisverleihung mit Bekanntgabe der Preisträgerin oder des Preisträgers am 18. November
Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2026: Zwei Manuskripte und ein Jugendbuch nominiert
12.10.2026
Oldenburg. Insgesamt 198 Bewerbungen – 59 Bücher und 139 Manuskripte – sind für den diesjährigen Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis eingetroffen, darunter auch Einsendungen aus der Schweiz und Österreich. Gibt es ein zentrales Motiv, dass den Einsendungen gemeinsam ist? „Viele Texte beschäftigten sich in engerem und weiterem Sinne mit Fragen der Humanität“, resümiert Jurymitglied Birgit Müller-Bardorff. Dieses Thema zeichnet auch die beiden Manuskripte und das Jugendbuch aus, die die fünfköpfige Jury für 2026 nominiert hat: Giovanni Binetti und Sabine Fiedler-Binetti mit „Juanslycke“ (Manuskript), Lilly Bogenberger mit „Narbenmädchen“ (Buch, dtv) und Annette Gosewinkel mit „Hinling“ (Manuskript).
Verleihung und Lesung am 18. November
Die Bekanntgabe der Preisträgerin oder des Preisträgers erfolgt während der Verleihung am Mittwoch, 18. November, um 18 Uhr im Alten Rathaus. Der Preis ist mit 8.000 Euro dotiert – und erstmals erhalten ab diesem Jahr auch die weiteren Nominierten ein Preisgeld. Im Rahmen der KIBUM findet zuvor um 15 Uhr eine Lesung mit den Nominierten in der Stadtbibliothek im PFL statt. Sie wird zusammen mit der Bibliotheks-AG des Neuen Gymnasiums Oldenburg gestaltet. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Tobias Kurwinkel. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Jury lobt die Qualität der eingereichten Bewerbungen
Teil der Jury sind neben Birgit Müller-Bardorff (Redakteurin der Augsburger Allgemeinen) Prof. Dr. Tobias Kurwinkel (Professor für Neuere Deutsche Literatur, insbesondere Literatur und Kinder- und Jugendkulturen, Universität Hamburg), Christine Paxmann (Herausgeberin des Magazins „Eselsohr“ und Autorin) und Markus Lefrançois (Illustrator). Traditionell bildet eine Schülerin oder ein Schüler das fünfte Mitglied: In diesem Jahr ist Arthur Heimann vom Lothar-Meyer-Gymnasium in Varel das erste Mal dabei.
Zahlreiche Manuskripte erreichten in diesem Jahr die Jury zur Begutachtung. „Viele dieser Entwürfe waren und sind sowohl inhaltlich als auch sprachlich hochkarätig“, hält Prof. Dr. Tobias Kurwinkel fest. Der Entscheidung der Jury ging daher ein „intensives Diskutieren und Ringen“ voraus, erzählt Markus Lefrançois. Inhaltlich sind die Bewerbungen von aktuellen Themen getragen (Klima- und Umweltkrise, Krieg, Umgang mit Geflüchteten sowie mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt). Auf sprachlicher Ebene überzeugten „variationsreiche Erzählperspektiven“ (Müller-Bardorff). In den nominierten Texten geht es darum, „was es bedeutet, dazuzugehören, und wie der Einzelne seinen Platz in der Gesellschaft findet“, fasst Arthur Heimann zusammen. Insgesamt wurde „die Juryarbeit wieder mit zu entdeckenden Talenten belohnt“, so Christine Paxmann.
Giovanni Binetti und Sabine Fiedler-Binetti: „Juanslycke“
Giovanni Binetti wuchs als Sohn von Gastarbeitern in Wolfsburg auf, studierte Politikwissenschaften und Romanistik und arbeitete als Journalist. Heute ist er freiberuflicher Kommunikator, unter anderem für eine UN-Agentur. Sabine Fiedler-Binetti ist gebürtige Oldenburgerin. Sie studierte Kulturwissenschaften in Passau und war als Journalistin in Berlin, Rom, Amsterdam und Mailand tätig. Heute leitet sie die Kommunikation des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin. Das Manuskript der beiden, „Juanslycke“, handelt von dem elfjährigen mexikanischen Jungen Juan, der auf der Flucht ist. Als blinder Passagier hat ihn der Schiffskoch Paco gefunden und wochenlang mit Essen versorgt, bevor er ihn in Schweden an Land geführt hat. Diese Geste des Helfens führt Juan weiter: Er streicht nachts durch das Dorf Gammlabo, um heimlich Gutes zu tun. Die positive Wirkung seiner Taten hält jedoch nicht lange an, denn Ebba und Rudy wollen den Fremden aus Mexiko loswerden.
Lilly Bogenberger: „Narbenmädchen“
Lilly Bogenberger wurde 1992 in München geboren. Sie studierte in Köln „Serial Storytelling“ und arbeitete als Drehbuchautorin. Während der Corona-Pandemie schrieb sie das Manuskript zu „Narbenmädchen“, ihrem ersten Roman. Das Jugendbuch handelt von der fünfzehnjährigen Lara, die vier Wochen in einer Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche verbringen muss. Die Gruppentherapie nervt maximal und die Psychologin erzählt komisches Zeug. Also fängt Lara an, mit Neo und Finn über ihre Probleme mit dem Schneiden zu reden. Und zum ersten Mal fühlt sie sich wirklich verstanden.
Annette Gosewinkel: „Hinling“
Annette Gosewinkel, Jahrgang 1974, studierte in Mainz, Liverpool und Edinburgh Filmwissenschaften und ist als Regieassistentin für Film- und Fernsehprojekte tätig. Das Schreiben hat sie parallel stets begleitet, beruflich und privat. Ihr Manuskript „Hinling“ erzählt vom Protagonisten Maik aus Berlin-Neukölln. Er ist gerade von der Schule geflogen und obendrein geht sein bester Freund Farid mit der Familie zurück nach Afghanistan. Maik weiß nur: Farid muss zurückgeholt werden! Er macht sich auf die Reise von Deutschland nach Afghanistan. Den Weg, den Farid in umgekehrter Richtung doch auch geschafft hat?! Wird er Farid wiederfinden? Und wird Farid mit ihm zurückkehren?
Über den Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg
Seit 1977 vergibt die Stadt Oldenburg einen mit 8.000 Euro dotierten Preis für herausragende literarische und künstlerische Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur. Seit diesem Jahr erhalten auch die weiteren Nominierten ein Preisgeld von je 1.000 Euro. Der Förderpreis will Autorinnen und Autoren beziehungsweise Illustratorinnen und Illustratoren ermutigen, ein Erstlingswerk vorzulegen. Ziel ist es, innovativen Ideen eine Chance zu gegeben und einen Anreiz zu schaffen, die Werke Unbekannter in die Verlagsprogramme aufzunehmen.
Weitere Informationen zum Kinder- und Jugendbuchpreis gibt es im Internet unter www.oldenburg.de/kinder-und-jugendbuchpreis.
Zuletzt geändert am 12. Oktober 2026
Zuletzt geändert am 1. September 2026


