Der Internationale Mädchentag am 11. Oktober macht jedes Jahr auf die Rechte von Mädchen aufmerksam. Als sichtbares Zeichen erstrahlen an diesem Tag weltweit viele Gebäude und Wahrzeichen in Pink, außerdem machen Aktionen in Oldenburg den Aktionstag für Mädchen erlebbar. Sie sind eingeladen, Eversten und Bloherfelde zu erkunden und bei zwei Kreativ-Workshops neue Perspektiven zu entdecken.
Workshop „Die Taucherinnen von Jeju“
In diesem Ferienworkshop lernen die Teilnehmerinnen die „Haenyeos“ kennen: Das sind Taucherinnen, die mehrere Minuten ohne zu atmen unter Wasser bleiben können und die auf der südkoreanischen Insel Jeju leben und tauchen. Die koreanische Künstlerin Jane Jin Kaisen hat atmosphärische Unterwasserfilme mit ihnen gedreht, in denen sie eine eindrucksvolle Choreographie am Meeresgrund vollführen.
Gemeinsam mit der Kunstvermittlerin Ronja Diedrich schauen die Mädchen die Videos von Janen Jin Kaisen an und gehen selbst auf kreativen Tauchgang: Mit Hilfe der Technik Stop-Motion drehen sie Trickfilme, in denen sie ihre eigene Unterwasserwelt erschaffen.
- Für wen: Mädchen* von 10 bis 13 Jahren
- Wann: Montag, 12. Oktober 2026, 10 bis 14 Uhr
- Ort: Pulverturm am Schlosswall
- Kosten: 5 Euro
- Anmeldung: Bis Freitag, 9. Oktober 2026 unter museumsvermittlung[at]stadt-oldenburg.de
Stadtteil-Rallye
In Kleingruppen mit Aufgaben und kniffligen Rätseln führt eine vom Arbeitskreis Mädchen*arbeit organisierte Mädchen*-Stadtteil-Rallye durch Eversten und Bloherfelde. Schätzen, Raten, Diskutieren, Bingo-Spielen und viel Spaß mit anderen Mädchen* stehen im Fokus. Gruppen mit jüngeren Teilnehmerinnen werden begleitet, ältere können auf Wunsch allein losziehen. Zum Abschluss gibt es ein gemeinsames Lagerfeuer mit Stockbrot auf dem Abenteuer- und Bauspielplatz.
- Für wen: Mädchen* von 10 bis 18 Jahren
- Wann: Montag, 12. Oktober 2026, 13.30 bis 18 Uhr
- Treffpunkt und Abschluss: Bau- und Abenteuerspielplatz Eversten, Brandsweg 60
- Kosten: kostenlos
- Anmeldung: bis Freitag, 9. Oktober 2026 unter 0441 592171 (gegebenenfalls Anrufbeantworter) oder direkt am Abenteuer- und Bauspielplatz
Workshop „Heilige Drei Wolkigkeit“
Was passiert mit dem Stadtbild, wenn man nach oben schaut? In diesem Ferienworkshop erkunden die Teilnehmerinnen mit Kunstvermittlerin Hanna Brahms den Himmel über Oldenburg: Welche Blau- und Grautöne lassen sich entdecken? Welche lustigen Wolkenformen zeigen sich am Himmel? Und wo ragen Kirchtürme und andere Gebäude in die Höhe?
Ausgangspunkt ist das Haus für Medienkunst. Inspiriert von der koreanischen Künstlerin Kwang-Ju Son und ihrem Film „The Holy City“ erkunden die Mädchen* anschließend die Umgebung rund um das Haus für Medienkunst: Wo finden sie Kirchen und wo eine Synagoge?
Danach werden sie selbst kreativ! Mit Pastellkreiden entsteht zuerst eine Wolkenlandschaft. Anschließend beobachten die Teilnehmerinnen Kirchtürme, Baumkronen und das Blau des Himmels und fangen mit der Kamera den Blick nach oben ein. Die entstandenen Fotografien werden zusammen mit Watte und Transparentpapier in die Wolkenlandschaft integriert. So gestalten die Mädchen einen individuellen Himmel zwischen Wolken und Dächern.
- Für wen: Mädchen* von 8 bis 10 Jahren
- Wann: Montag, 19. Oktober 2026, 10 bis 14 Uhr
- Ort: Haus für Medienkunst, Katharinenstraße 23
- Kosten: 5 Euro
- Anmeldung: Bis zum 16. Oktober 2026 unter museumsvermittlung[at]stadt-oldenburg.de oder telefonisch unter 0441 235-3403
Warum es einen Mädchentag braucht
Der Internationale Mädchentag macht darauf aufmerksam, dass Mädchen weltweit benachteiligt sind – etwa beim Zugang zu Bildung, beim Schutz vor Gewalt, dem Recht auf Selbstbestimmung und Mitbestimmung in der Gesellschaft. In einigen Teilen der Welt gehören Zwangsehen, Genitalverstümmelung und der Ausschluss von Schulbildung noch immer zur Realität. „In Deutschland sind Mädchen und Jungen inzwischen rechtlich gleichgestellt, dennoch wirken alte Rollenbilder im Alltag fort.“ erläutert Wiebke Oncken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg, „ Mädchen werden von klein auf häufiger Haushaltsaufgaben und Verantwortung für Geschwister zugeteilt, es wird von ihnen erwartet, dass sie sich ruhiger verhalten, eher nachgeben, sich für die Gefühle anderer verantwortlich fühlen und mehr Rücksicht nehmen. Sie werden bereits sehr jung sexualisiert und abgewertet, wenn sie sich vermeintlich zu körperlich oder zu wenig körperlich verfügbar zeigen, überhaupt werden sie eher für ihr Aussehen als für ihre Fähigkeiten gelobt. Und wie überall auf der Welt sind Mädchen auch in Deutschland in besonderem Maße von sexualisierter und sexueller Gewalt betroffen, häufig im persönlichen Umfeld.“
Der Internationalen Mädchentag schafft Raum, diese Lebensrealitäten sichtbar zu machen, Mädchen zu stärken und gemeinsam mit ihnen zu überlegen, was sich ändern muss – in Familien, Schulen und in der öffentlichen Wahrnehmung.
Entstehung des Internationalen Mädchentags
Der Internationale Mädchentag (häufig auch Welt-Mädchentag genannt) wird seit 2012 weltweit am 11. Oktober begangen. Die Idee zu diesem Aktionstag geht auf die Kampagne „Because I am a Girl“ der Kinderrechtsorganisation Plan International zurück. Die UN-Generalversammlung erklärte 2011 den 11. Oktober offiziell zum Internationalen Mädchentag. Ziel ist es, auf die weltweit vorhandenen Benachteiligungen von Mädchen aufmerksam zu machen – etwa bei Bildungschancen, Schutz vor Gewalt und dem Recht auf Selbstbestimmung.
Zuletzt geändert am 1. Oktober 2026