Neubau der Cäcilienbrücke
Der Geduldsfaden ist gerissen: Der Rat der Stadt Oldenburg will die Verzögerungen beim Ersatzneubau der Cäcilienbrücke nicht länger hinnehmen. In der Sitzung am Montag, 29. Juni 2026, wurde beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, unverzüglich Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium, der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt sowie dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee aufzunehmen. Ziel ist es, Möglichkeiten auszuloten, den Ersatzneubau der Cäcilienbrücke deutlich zu beschleunigen.
Oberbürgermeister Jürgen Krogmann begrüßt den Beschluss: „Die Cäcilienbrücke ist eine der wichtigsten Verkehrsadern unserer Stadt. Es ist für die Menschen in Oldenburg nicht hinnehmbar, dass sich ihr dringend notwendiger Ersatzneubau auf unbestimmte Zeit verzögert. Wir werden den Druck auf den Bund jetzt noch deutlicher als zuvor erhöhen – und alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, damit dieses für unsere Stadt so wichtige Infrastrukturprojekt endlich umgesetzt wird. Oldenburg braucht jetzt Verlässlichkeit und eine klare Finanzierungszusage.“
Stadt soll Fachaufsichtsbeschwerde einlegen
Laut Beschluss soll die Verwaltung unverzüglich eine Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde gegen das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee einlegen. Gleichzeitig wurde der Oberbürgermeister beauftragt, gemeinsam mit den demokratischen Bundestags- und Landtagsabgeordneten aus Oldenburg in einer konzertierten Aktion auf den Bundesverkehrsminister einzuwirken und diesen nachdrücklich aufzufordern, die Finanzierung des Ersatzneubaus sicherzustellen.
Vorfinanzierung durch die Stadt Oldenburg
Zudem soll geklärt werden, ob die Stadt den Ersatzneubau organisatorisch, planerisch oder finanziell vorziehen kann. Eine kommunale Vorfinanzierung oder Übernahme der Ausführung komme indes nur in Betracht, wenn der Bund zuvor durch eine rechtsverbindliche Vereinbarung die vollständige Kostenerstattung einschließlich Kostensteigerungen zusichert und jedes dauerhafte Kostenrisiko der Stadt ausgeschlossen wird.
Hintergrund des Ratsbeschlusses ist ein aktuelles Schreiben des Bundesverkehrsministeriums, wonach derzeit keine ausreichenden Haushaltsmittel für den Ersatzneubau zur Verfügung stehen und sich das Projekt auf unbestimmte Zeit weiter verzögert.
Verzögerungen nicht akzeptabel
Mit dem parteiübergreifend getragenen Beschluss macht der Rat deutlich, dass weitere Verzögerungen beim Neubau der Cäcilienbrücke für die Stadt nicht akzeptabel sind. Die Cäcilienbrücke ist eine zentrale Verkehrsverbindung für Oldenburg. Die anhaltenden Verzögerungen belasten Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibende sowie den innerstädtischen Verkehr erheblich. Der Rat erwartet deshalb, dass Bund und zuständige Behörden ihrer Verantwortung nachkommen und zeitnah eine verlässliche Perspektive für den Ersatzneubau schaffen.
Langjähriger Planungsprozess
Dem jetzigen Stillstand ist ein langjähriger Planungsprozess vorausgegangen. Nach der Erstellung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren in den Jahren 2020 und 2021 wurde der Planfeststellungsbeschluss im März 2023 erlassen. Erste vorbereitende Maßnahmen, wie der Rückbau der Brückentürme, wurden bis August 2025 abgeschlossen. Noch Ende 2025 war seitens des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes ein Baubeginn für 2026 zugesichert worden. Das Bundesverkehrsministerium hat der Stadt indes am 18. Juni 2026 mitgeteilt, dass der Ersatzneubau zurückgestellt werden musste. Die aktuellen Finanzierungsansätze für die Wasserstraßeninfrastruktur im Bundeshaushalt würden eine Priorisierung der Infrastrukturmaßnahmen erfordern. Vorrang hätten dabei Maßnahmen mit bereits bestehender vertraglicher Bindung sowie Investitionen in sicherheitsrelevante Anlagen.
Zuletzt geändert am 1. Juli 2026