Preisträgerin 2026

Annett Gröschner ist Preisträgerin der 34. LiteraTour Nord

Die Schriftstellerin Annett Gröschner erhält den von der VGH Stiftung ausgelobten und mit 15.000 Euro dotierten Preis der LiteraTour Nord. Mit dieser Entscheidung würdigen Jury und Stifterin die Autorin für ihr bisheriges Werk, insbesondere für ihren zuletzt erschienenen Roman Schwebende Lasten (C.H.Beck, 2025). Sie wird den Preis am Donnerstag, 16. April 2026, in Hannover von Dr. Ulrich Knemeyer, Vorstandsvorsitzender der VGH Versicherungen und Vorstandsmitglied der VGH Stiftung, entgegennehmen. Die Laudatio hält die Buchhändlerin und Journalistin Kathrin Matern.

Begründung der Jury

In der Jury-Begründung heißt es: „Der Roman ist ein eindrucksvolles Beispiel für eine fiktionalisierte Alltagsgeschichte ‚von unten‘: Indem Gröschner die Geschichte Deutschlands vom Vorabend des Ersten Weltkriegs bis zur Transformation nach 1990 aus der Sicht einer Arbeiterin zeigt, wirft sie einen Blick auf die Geschichte der politischen Systeme und Umbrüche, der schlichte Narrative verweigert. Die unsentimentale Sprache des Romans schließt unbeschönigte Darstellungen von Krankheit und Krieg ein, ist aber zugleich von Humor durchzogen und reflektiert auch die Rolle von Schönheit und Kunst. Innerhalb ihres OEuvres schlägt Schwebende Lasten eine Brücke zwischen ihren dokumentarischen Arbeiten und ihrem ersten Roman Moskauer Eis. Annett Gröschner ist nicht zuletzt deshalb so preiswürdig, weil sie sich besonders in Schwebende Lasten immer wieder gegen das Vergessen stemmt.“

Über die Preisträgerin

Annett Gröschner lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Fontane-Preis und dem Klopstock-Preis (beide 2021). 2024 erschien ihr gemeinsam mit Peggy Mädler und Wenke Seemann verfasster Bestseller Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat.

Über den Preis der LiteraTour Nord

Die Lesereise um den Preis der LiteraTour Nord führt durch die Städte Oldenburg, Bremen, Lübeck, Rostock, Lüneburg, Hannover und Osnabrück. Partnerin des Projekts ist die VGH Stiftung. Die Jury besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der veranstaltenden Literatureinrichtungen, Buchhandlungen und Universitäten sowie der VGH Stiftung. Zudem hat das Publikum die Möglichkeit zur Stimmabgabe. Der Preis der LiteraTour Nord wird zum 34. Mal vergeben. Bisher erhielten ihn Bernd Eilert, W.G. Sebald, Wilhelm Genazino, Anne Duden, Robert Gernhardt, Christoph Hein, Emine Sevgi Özdamar, Dirk von Petersdorff, Josef Haslinger, Bodo Kirchhoff, Liane Dirks, Hartmut Lange, Terézia Mora, Karl Heinz Ott, Thomas Hürlimann, Katja Lange-Müller, Jenny Erpenbeck, Matthias Politycki, Iris Hanika, Gregor Sander, Marica Bodrožić, Ralph Dutli, Michael Köhlmeier, Ulrich Schacht, Tilman Rammstedt, Lukas Bärfuss, Joachim Zelter, Ulrike Draesner, Iris Wolff, Judith Hermann, Fatma Aydemir, Deniz Utlu und Clemens Meyer.

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Zuletzt geändert am 4. März 2026