AG der Jugendämter Niedersachsen und Bremen fordert: Schutzkonzepte kontinuierlich weiterentwickeln
Die Arbeitsgemeinschaft der Jugendämter der Länder Niedersachsen und Bremen (AGJÄ) zeigt sich tief betroffen über den schweren Gewaltvorfall in einer Jugendhilfeeinrichtung am 29. Juni 2026 in Stade, bei dem sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe ihr Leben verloren haben.
Die Tat war brutal und grausam. Sie trifft die Jugendhilfe in ihrem Selbstverständnis. „Das Selbstverständnis unserer Arbeit in der Jugendhilfe ist geprägt und getragen von Menschlichkeit, Offenheit, Verantwortung füreinander, Beziehungsarbeit und Vertrauen“, sagt Dr. Frank Lammerding, Vorsitzender der AGJÄ und Leiter des Amtes für Jugend und Familie der Stadt Oldenburg. „Das daraus abgeleitete professionelle tägliche Handeln ist die Grundlage und zugleich Haltung der Arbeit in der Jugendhilfe.“
Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sind Orte des Schutzes und der Unterstützung. Der Vorfall in Stade macht in erschütternder Weise deutlich, wie wichtig es ist, Sicherheits- und Schutzkonzepte in sozialen Einrichtungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und bestmöglich zu gewährleisten.
Kinder- und Jugendhilfe, und hier besonders der Kinderschutz, sind professionelle Handlungsfelder unserer Gesellschaft, die höchster Achtung, Anerkennung, Schutz und auch finanzieller Unterstützung bedürfen. Sie haben die anspruchsvolle Aufgabe, in akuten Notfällen sowie langen, zum großen Teil sehr komplexen Verläufen Entscheidungen zum Wohle von Kindern und Jugendlichen zu befördern und zu begleiten. Der Schutz der Kinder und Jugendlichen, aber auch der Mitarbeitenden in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie den Jugendämtern, muss höchste Priorität haben.
Zuletzt geändert am 10. Juli 2026