Die Wochenmärkte im Wandel der Zeit: Von den Anfängen bis heute
Die Oldenburger Wochenmärkte blicken auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Von den ersten Marktrechten im Mittelalter über die historischen „Krahmer-Märckte“ bis hin zu den heutigen Wochenmärkten haben sie sich stetig weiterentwickelt und sind bis heute ein fester Bestandteil des Stadtlebens. Erfahren Sie mehr über die spannende Geschichte der Märkte und ihre Entwicklung zu beliebten Treffpunkten für frische, regionale Produkte und gelebte Marktkultur.
Die Anfänge der Wochenmärkte
Die Geschichte der Oldenburger Wochenmärkte reicht weit zurück. Je nach Sichtweise beginnt sie bereits im Jahr 1108 mit der ersten urkundlichen Erwähnung des Stadtnamens Oldeborch („alte Burg“).
Als weiterer wichtiger Meilenstein gilt das Jahr 1345. Mit der Verleihung der Stadtrechte erhielt Oldenburg zugleich auch das Marktrecht.
Im Jahr 1608 erließ Graf Anton Günther eine Marktordnung, in der erstmals der Begriff „Krahmer-Märckte“ verwendet wurde.
Eine weitere bedeutende Entwicklung folgte 1801 mit einer neuen Marktordnung, in auch der die regelmäßig wöchentlich stattfindenden Märkte geregelt wurden.
Welches dieser Ereignisse letztlich als Geburtsstunde der Oldenburger Märkte gilt, bleibt offen. Fest steht jedoch: Die Wochenmärkte in Oldenburg blicken auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück.
Trennung in Vergnügungsmarkt und Warenmärkte
Nach der Festlegung der wöchentlich wiederkehrenden Märkte – daher auch der Begriff Wochenmarkt – im Jahre 1801, entwickelte sich auch in Oldenburg immer mehr Einzelhandel. Die „Krahmer-Märckte“ mussten dadurch Umsatzrückgänge im Bereich des Warenhandels hinnehmen. So wurde erstmalig im Jahr 1825 ein Karussell auf dem Marktplatz platziert. Fortan gesellten sich immer mehr Musikantinnen und Musikanten und Schaustellerinnen und Schausteller dazu, um vom Markttreiben zu profitieren. Im Jahr 1877 wurden die den Warenmarkt ergänzenden Schaubuden und Karussells als Vergnügungsmarkt abgetrennt und zum Pferdemarkt verlagert.
Die reinen Warenhändlerinnen und Warenhändler verblieben auf ihrem angestammten Platz auf dem Rathausmarkt. Dort handelten Sie bis kurz vor Ende des Jahrhunderts, als es bedingt durch Umbauarbeiten an der St. Lamberti-Kirche und dem Neubau des heutigen Alten Rathauses zu eng wurde.
Ungefähr zu dieser Zeit entstanden am Waffenplatz und im Bereich Stau neue Märkte aus „wilder Wurzel“.
Die Markthalle am Rathausmarkt entsteht
Im Jahr 1884 entwickelte sich das Oldenburger Marktleben – vor allem der Bereich der Lebensmittel – durch den Bau einer privat finanzierten Markthalle durch drei Oldenburger Kaufleute bedeutsam fort. Abgesehen vom Marktwesen im Bereich des Pferdemarktes erfolgte der gesamte Markthandel im Bereich der Lamberti-Kirche von nun an wetterunabhängig in den Markthallen.
Die Stadt hatte sich vorbehalten, die Markthallen jederzeit zu erwerben, was dann auch im Jahr 1904 geschah, als größere Investitionen für eine Erweiterung anstanden. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde insbesondere dann aber das Fehlen von geeigneten Kühlräumen beklagt, so dass in den Markthallen am 10. April 1980 der letzte Markttag stattfand. Die Händlerinnen und Händler zogen wieder auf den alten Platz an der St. Lamberti-Kirche unter freien Himmel. Auf dem ehemaligen Gelände der Markthallen befindet sich heute der Lamberti-Hof.
Der Wochenmarkt auf dem Rathausmarkt ist – neben dem Wochenmarkt auf dem Pferdemarkt – der zweitgrößte Innenstadtwochenmarkt mit derzeit rund 20 Beschickern.
Die Entwicklung des Marktgeschehens auf dem Pferdemarkt
Auf dem Pferdemarkt entstand nach dem zweiten Weltkrieg nach und nach, bedingt durch die damals noch ebenerdig verlaufende Eisenbahn, zunächst noch ungeordnet ein Gemüsegroßmarkt. Begünstigt dadurch entwickelte sich dort nach der Währungsreform 1948 ein regelmäßiger Wochenmarkt. Hier verblieb er bis zur heutigen Zeit, allerdings auf unterschiedlichen Flächen am Pferdemarkt.
Der Wochenmarkt Pferdemarkt ist heute der größte Markt der Stadt Oldenburg mit bis zu 70 Ständen.
Die Entstehung der Stadtteilwochenmärkte
Zusätzlich zu den beiden Wochenmärkten in der Innenstadt entstanden – nachdem sich die Rolle der Wochenmärkte von reinen „Versorgungsmärkten“ in ein Angebot gehobener Lebensqualität verwandelt hatte – im Lauf der Jahre drei weitere Wochenmärkte in den Stadtteilen.
Der Stadtteilwochenmarkt Bloherfelde entwickelte sich zunächst als kleiner Markt auf dem Parkplatz an der Kennedystraße. Am 2. November 1983 wurde der Markt dann zur Bloherfelder Straße an seinen jetzigen Standort verlegt. Im Jahr 2010 wurde der Marktplatz über gut drei Monate aufwendig saniert.
Der Stadtteilwochenmarkt Kreyenbrück wurde am 31. März 1967 auf dem Klingenbergplatz eröffnet, auf dem er sich auch heute noch befindet. Nach einer mehrmonatigen Umbauzeit in der Zeit von Mai 2018 bis April 2019, währenddessen der Wochenmarkt auf eine geschaffene Ersatzfläche auf der gegenüberliegenden Seite des Alten Postweges umgezogen war, kehrte der Kreyenbrücker Wochenmarkt auf die komplett sanierte Fläche des Klingenbergplatzes zurück.
Der jüngste der städtischen Wochenmärkte – der Stadtteilwochenmarkt Eversten – findet auf dem Marktplatz am Eversten Holz statt. Seit dem 1. Oktober 2020 wird der Wochenmarkt von der Marktverwaltung der Stadt Oldenburg organisiert. Zuvor wurde er über einen Zeitraum von 15 Jahren in Regie des Eversten Marktmanagement unter Leitung von Hans-Günther Zemke durchgeführt
Zuletzt geändert am 27. Juni 2026




