Mittel stehen bereit – Auftragsvergabe bis Jahresende geplant
Der Ersatzneubau für die abgerissene Cäcilienbrücke nimmt nun doch endlich konkrete Formen an: Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung hat die Stadtverwaltung darüber informiert, dass das Bundesverkehrsministerium die Finanzmittel für das Projekt freigegeben und grünes Licht für den Start des Vergabeverfahrens erteilt hat. Die Ausschreibung wurde am Freitag, 10. Juli 2026, veröffentlicht. Nach den aktuellen Planungen ist vorgesehen, den Auftrag bis Ende des Jahres 2026 zu vergeben. Sofern das Verfahren planmäßig verläuft, könnte im zweiten Quartal des Jahres 2027 mit dem Bau begonnen werden. Es wird mit einer 33-monatigen Bauzeit gerechnet.
Krogmann: Druck hat sich ausgezahlt
Oberbürgermeister Jürgen Krogmann begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich: „Diese Nachricht ist ein echter Durchbruch. Ich freue mich sehr, dass nach Jahren der Unsicherheit nun endlich der Weg für die Ausschreibung frei ist. Es hat sich ausgezahlt, dass wir in dieser Frage nicht lockergelassen haben. Gemeinsam mit dem Stadtrat sowie vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern – insbesondere dem Bürgerverein Osternburg-Dammtor – haben wir deutlich gemacht, wie wichtig die Cäcilienbrücke für Oldenburg ist. Dieses gemeinsame Engagement hat Wirkung gezeigt.“ Jürgen Krogmann dankt auch Dennis Rohde, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium: „Er hat mit seinem Einsatz zu einer besseren Finanzausstattung beigetragen und damit die Wende möglich gemacht.“ Jetzt komme es darauf an, so Krogmann, dass das Verfahren zügig und planmäßig umgesetzt werde, damit der Baubeginn im Frühjahr 2027 Realität werden könne.
Noch am Montag, 6. Juli, hatte Krogmann nach der Entscheidung des Bundeskabinetts zur Finanzierung der Bundeswasserstraßen aus dem Infrastruktur-Sondervermögen den Bund aufgefordert, die Ausschreibung zügig auf den Weg zu bringen. Mit der nun erteilten Freigabe ist dieser entscheidende Schritt erfolgt.
Hintergrund
Über 90 Jahre lang war die 1927 erbaute Cäcilienbrücke das Verbindungsstück zwischen den Straßen Am Damm und Bremer Straße. Anfang Mai 2020 begann der Abbau der Brücke, die aufgrund von umfangreichen Bauwerksschäden demontiert werden musste. Der Rückbau der Brückentürme wurde bis August 2025 abgeschlossen. Der Planfeststellungsbeschluss für den Ersatzneubau an selber Stelle liegt bereits seit März 2023 vor. Mitte Juni 2026 hatte das Bundesverkehrsministerium überraschend mitgeteilt, dass der Ersatzneubau wegen fehlender Haushaltsmittel auf unbestimmte Zeit zurückgestellt werde. Daraufhin hatte der Rat der Stadt Oldenburg am 29. Juni 2026 beschlossen, die Verwaltung damit zu beauftragen, alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Ersatzneubau der Cäcilienbrücke zu beschleunigen. Am Montag, 6. Juli 2026, hat das Bundeskabinett nun den Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 beschlossen – darin enthalten ist die Finanzierung von Erhaltungs- und Ersatzmaßnahmen an Bundeswasserstraßen aus dem Infrastruktur-Sondervermögen. Demnach sollen für diese Aufgabe zusätzlich rund 230 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stehen. Davon profitiert nun auch das Projekt Cäcilienbrücke in Oldenburg.
Zuletzt geändert am 10. Juli 2026